Gudrun Thäter & Sebastian Ritterbusch
Der Modellansatz Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Forscherinnen, Wissenschaftlern und Lehrenden über ihre Passion - die Mathematik: Mit Modellen wird die Welt um uns beschrieben und durch mathematische Methoden analysiert, simuliert oder optimiert. Kaum eine Wissenschaft kann über mehr und unterschiedlichere Anwendungen sprechen, da in fast keiner Fachrichtung eine Forschung ohne mathematische Methoden vorstellbar ist. In den Gesprächsaufnahmen lauscht man dabei den Forschenden selbst, wie sie ihre Wissenschaft selbst verstehen und erklären, was sie begeistert, und welche Überraschungen sie erlebten. Die Gespräche können eine halbe Stunde oder auch über mehrere Stunden gehen und sind zum Anhören unterwegs gedacht. Ganz allgemein hört man solche Podcasts am Besten mit einem Smartphone, wenn der Kopf frei, aber die Hände belegt sind; wie beim beruflichen Pendeln, beim Sport, bei Haus- und Gartenarbeit oder Handwerken.

Mit steigender Mobilität der Gesellschaft wächst das Verlangen nach mobilen und zeitsouverän rezipierbaren Inhalten wie Audio Podcasts, die helfen sonst vergeudete Zeit wie Fahr- und Wartezeiten sinnvoll zu nutzen. In verschiedenen Erhebungen wie den ARD/ZDF Onlinestudien zeigten sich wissenschaftliche Themen als eine der drei mit Abstand größten Interessensgebiete der Hörerschaft. In den letzten Jahren wurde dieser Bedarf immer mehr durch eigene und durch Eigeninitiative gestartete Formate von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gedeckt, die auf eine sehr unmittelbare und persönliche Art einen Einblick in ihre wissenschaftliche Arbeit und die Faszination für Forschung geben und eine neue Plattform für offene Wissenschaft gebildet haben.
Traditionell verbreitet sich die Wissenschaft über wissenschaftliche Publikationen und Vorträge auf Konferenzen. Abgesehen von verschiedenen Schwierigkeiten der Zugänglichkeit haben beide Formate inhärente Nachteile: Schriftliche Ausarbeitungen werden auf die Darstellung der Ergebnisse reduziert und beschränkte Zeit für Vorträge reduziert die möglichen Aussagen auf ein Minimum. Daher wird in wissenschaftlichen Kreisen der informelle Austausch zwischen Vorträgen äußerst geschätzt, weil hier Themen zur Sprache kommen, die sonst nur zwischen den Zeilen zu erfahren sind: Auf welchem Weg wurde die Erkenntnis gewonnen, was hat nicht geklappt und eine Erklärung in den eigenen Worten sind extrem wertvolle Beiträge, das Wissen zu verbreiten. Im Zuge der Open Science Bewegung werden nun nicht nur rohe Meßdaten und Programme veröffentlicht, sondern in Podcasts auch genau die Herangehensweisen, Vorstellungen und Überraschungen erläutert, die auf anderem Wege der Öffentlichkeit sonst verschlossen blieben.
Im Gegensatz zu traditionellen Formen der Wissenschaftskommunikation stellen hier die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Inhalte ihrer eigenen Forschung und Lehre in den Vordergrund. Die Themen können eine sehr hohe fachliche Tiefe erreichen - durch das Gesprächsformat wird die Zuhörerschaft immer wieder eingefangen. Für technische Fakten wird selbstverständlich auf Publikationen verwiesen, das Know How und die Ansätze können aber kaum besser als in der eigenen Sprache vermittelt werden. Da Sprache immer einen Raum für uneindeutige Aussagen oder eine willkommene Lebendigkeit auch ein Thema mal etwas verallgemeinert darstellt, halten wir umfassende begleitende Texte, die so genannten "Shownotes", für die ideale Ergänzung für die wissenschaftliche Einordnung, Nacharbeit und Strukturierung des Gesprächs.
Gleichzeitig sind unsere Gesprächspartner auch modellhafte Vorbilder, sie beschreiben ihre Forschung, ihre Motivation und ihren Weg in eigenen Worten und zeigen dabei den Zuhörenden, was Wissenschaft eigentlich bedeutet, und wie es dabei zugeht. Dabei bekommt man einen Einblick in die Welt der Mathematik, die vielen aus der Schulzeit und dem gesellschaftlichen Diskurs verborgen bleibt - was wir mit dem Podcast in die Öffentlichkeit bringen wollen: Nach über 100 Folgen haben wir eindrücklich gezeigt, dass Mathematik so viel mehr als nur Rechnen ist und alltäglich unser Leben berührt.
Wir, das sind Gudrun Thäter und Sebastian Ritterbusch, starteten den Podcast im Oktober 2013: Wir waren es leid, dass die tollen Abschlussarbeiten unserer Gruppe im Schrank landen oder bestenfalls Eingang in Publikationen finden, die maximal 100 Fachleute auf der Welt lesen. Denn wir waren uns sicher, dass es mehr als 100 Menschen interessiert, wie Mathematik die Wettervorhersage, eine Leber-OP, Eiweißtrennung oder Versuchsplanung besser macht. Trotzdem war es zuerst ein Testlauf ob und wie es uns gelingen kann, mathematische Probleme als Geschichten zu erzählen und insbesondere auch die technischen Details fassbar zu machen, indem wir ausschließlich darüber reden - sind wir doch fachkulturell auf "Formeln schreiben und dazu reden" geprägt. Heute wissen wir: Es funktioniert erstaunlich gut – sogar für Themen, an die wir zu Anfang nicht gedacht hatten. Und das Interesse, das dem Podcast entgegengebracht wird, übersteigt alle unsere Erwartungen um ein Vielfaches.
Ein Podcast besteht aus regelmäßig erscheinenden Audio-Beiträgen, die im Gegensatz zum Radio dann gehört werden können, wenn man Zeit dafür hat. Damit die neuen Folgen dann auch wirklich bei der Zuhörerschaft ankommen, empfehlen wir die Nutzung eines Podcatchers in den man den so genannte Feed unseres Podcasts https://modellansatz.de/rss/ einträgt. Der Feed informiert die Software, wann eine neue Folge zum Download bereit steht, und ermöglicht damit das zeit-souveräne Hören der neuen Folgen. Natürlich kann man sich auch alle Folgen online anhören, aber der überwältigende Anteil der regelmäßigen Hörerschaft benutzt Podcatcher, wie Apple Podcasts, Overcast, Podcat, AntennaPod oder Pocketcasts.
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